Entschuldigung für die strafrechtliche Verfolgung homosexueller Bürger

Der Landesvorsitzende der liberalen Schwulen und Lesben Nord, Stephan Billep-Türke, erklärt:

„Die Rehabilitation der unter Paragraph 175 verurteilten Personen ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen.
Die damals Verurteilten wurden stark in ihrer Ehre und Menschenwürde verletzt.

Der Antrag der regierenden Fraktionen und Abgeordneten der SSW im schleswig-holsteinischen Landtag ist daher sehr zu begrüßen.

Über diesen Antrag hinaus ist eine öffentliche Entschuldigung und eine intensive Aufarbeitung erforderlich.
Was der Landtag in Baden-Württemberg kann, sollte in Schleswig-Holstein doch auch möglich sein!
Dort wurde am 11.07.2014 unter Punkt 2 beantragt:
Der Landtag entschuldigt sich für die strafrechtliche Verfolgung homosexueller Bürger, die hierdurch in ihrer Menschenwürde, in ihren Entfaltungsmöglichkeiten und in ihrer Lebensqualität empfindlich beeinträchtigt wurden. (Landtag BW Drucksache 15/5475)

Wir müssen dafür Sorge tragen, dass gerade die damals Verurteilten heute ein offenes Leben führen können. Dazu gehört es auch, Rahmenbedingungen für homosexuelle im Alter zu schaffen. Besonders in der Pflege erfordern diese unterschiedlichen Lebensformen mehr Beachtung und Raum.

Das Leid, das man den Betroffenen zugefügt hat, sitzt noch tief verankert in deren Bewusstsein. Ihnen jetzt das Gefühl zu geben, offen Leben zu können und keine Angst haben zu müssen ihre sexuelle Identität zu kommunizieren, ist überfällig.“